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Im
November erscheint der erste Band des neuen PERRY RHODAN-Minizyklus ANDROMEDA.
Unser "Chefreporter" Cpt. Krause sprach mit Uwe Anton, dem Autor
des ersten Bandes "Die brennenden Schiffe", über die mit
Spannung erwartete Taschenbuchreihe.
HJB News:
Herr Anton, Sie sind der produktivste Neuzugang bei PERRY RHODAN. Sie
verfassen Romane, texten den neuen PERRY RHODAN-Comic, das Hörbuch
"Psychospiel" ist soeben erschienen, und nun haben Sie den ersten
Roman zu der neuen PERRY RHODAN-Taschenbuchserie ANDROMEDA geschrieben.
Hätten Sie früher geglaubt, einmal so stark im PR-Team involviert
zu sein?
Uwe Anton:
Nein,
das hätte ich nicht. Als ich ins Team einstieg, waren so um die sechs
Romane pro Jahr im Gespräch. Doch irgendwie ist das ganz anders gekommen.
Diese sechs Romane schreibe ich zwar auch noch, vielleicht auch ein paar
mehr, doch all das, was Sie gerade aufgezählt haben, kommt noch hinzu.
Und nicht nur das. Ich lektoriere die ANDROMEDA-Serie auch ab Band 2 und
arbeite gerade intensiv an einem neuen Projekt im PERRY-RHODAN-Universum,
mit dem wir im Januar 2003 auf den Markt kommen werden, aber darüber
darf ich leider noch kein Sterbenswörtchen verraten ...
Der PERRY RHODAN-Comic ist übrigens eine echte Erfahrung für
mich. Die Zusammenarbeit zwischen Zeichner Karl Altstaetter in Los Angeles,
Redakteur Frank Borsch in Rastatt und mir als Texter in der Nähe
von Köln ist schon sehr interessant, wenn auch zeitaufwändig.
Man siehst also, PERRY RHODAN ist nicht nur ein Job für mich, sondern
viel mehr, und er erfordert volle Konzentration. Daraus habe ich die Konsequenzen
gezogen: Habe ich früher etwa zwölf Romanübersetzungen
im Jahr gemacht, waren es in diesem Jahr noch gerade mal zwei. Ich habe
zwar schon als Zwölfjähriger davon geträumt, PERRY RHODAN
zu schreiben, doch dass ich dann dermaßen stark involviert bin,
nein, das hätte ich mir nicht träumen lassen. Aber es macht
mir verdammt viel Spaß, und das ist für mich das Wichtigste.
Mit dem Hörbuch habe ich allerdings nichts mehr zu tun, das Script
schreiben andere. Mein Roman dient hier nur als Vorlage.
HJB News:
Was ist das Besondere an ANDROMEDA?
Uwe Anton:
ANDROMEDA
ist praktisch ein eigenständiger, in sich abgeschlossener und ohne
weitere Vorkenntnisse verständlicher Zyklus aus dem PERRY RHODAN-Universum,
der allerdings inhaltlich voll in dieses Universum eingebettet ist. In
Band 6 erfahren alle aufgeworfenen Fragen und Rätsel, und das sind
nicht wenige, ihre vollständige Aufklärung. Zum Beispiel: Wer
ist Kiriaade, die geheimnisvolle Entität, die Perry Rhodan um Hilfe
bittet, in Wirklichkeit? Wer ist der Gelbe Meister, der ganz Andromeda
mit einem furchtbaren Krieg überzieht? Die Heftleser, dies nur nebenbei,
kennen ihn, auch wenn sie erst in Band 5 oder 6 erfahren werden, wer er
wirklich ist. Aber hier erfahren die Leser seine faszinierende Geschichte,
die aus tiefster Vergangenheit über Zeit und Raum in die "Gegenwart"
der Serie greift - und die wir, auch für die Leser der Heftserie,
hier zum ersten Mal erzählen. Dieser Zyklus fußt also in der
Vergangenheit der Serie und klärt auch einige dort "liegen gebliebene"
Fragen und Rätsel, ist aber auch ohne jede Vorkenntnis verständlich.
Wir werden ein paar faszinierenden neuen Gestalten begegnen, zum Beispiel
der tefrodischen Ärztin Raye Corona, in die sich ein Mitglied aus
Rhodans Team unsterblich verliebt, oder einem "halben" Maahk
mit einem sogenannten Lem-Sim, der einige wirklich köstliche Szenen
hat. Aber wir begegnen auch alten Bekannten und erfahren exklusive Neuigkeiten
über sie. Zum Beispiel: Welcher Konflikt droht, eine der derzeit
glücklichsten Beziehungen im RHODAN-Universum scheitern zu lassen?
Oder: Warum schläft ein gewisser Klonelefant nicht im Stehen, sondern
in einem Körbchen?
Wir werden erfahren, was aus einigen bereits bekannten Völkern der
Galaxis Andromeda geworden ist, etwa den Forrils und den Twonosern. Und
wir werden ganz neue Völker kennen lernen, zum Beispiel die Atto
und die Charandiden.
HJB News:
Bei so vielen Namen stellt sich die Frage: Ist Perry Rhodan der Haupthandlungsträger,
oder bekommt er starke Unterstützung durch eine andere, neue Figur?
Uwe Anton:
Perry Rhodan ist DER Handlungsträger der sechs Bände. Er ist
in jedem der sechs Romane von Anfang bis Ende präsent und fast immer
dort aktiv, wo es gerade brennt. Zur Seite stehen ihm die Besatzungsmitglieder
der JOURNEE, des neu entwickelten Schiffs, mit dem Rhodan nach Andromeda
fliegt. Mit einem Teil dieser Besatzung sind die Heftleser vertraut: etwa
mit dem jungen Emotionauten Zim November, dem arkonischen Zeroträumer
Benjameen da Jacinta, der Wissenschaftlerin Tess Quimisha ... Hinzu kommen
noch einige neue, aber nicht minder reizvolle Charaktere, sowohl an Bord
der JOURNEE als auch in Andromeda selbst.
Und Rhodan hat natürlich einen sehr starken Gegenspieler. Nun ja,
eigentlich sind es zwei: Der Gelbe Meister und der Kopfjäger Takegath,
der mit seinem Schiff und seiner ... hm ... außergewöhnlichen
Besatzung gezielt Jagd auf Rhodan macht. Da stehen uns einige sehr spannende
Auseinandersetzungen bevor, die sich dann bis zu dem entscheidenden Kampf
steigern.
HJB News:
Spielt ANDROMEDA parallel zur Heftserie, oder erzählt der Minizyklus
eine eigenständige Geschichte? Was hat es mit der Einleitung auf
sich, die Sie für den PERRY RHODAN-Heftroman 2150 schreiben?
Uwe Anton:
Das ist nicht ganz richtig. Ich schreibe für 2150 keine Einleitung
zu ANDROMEDA; die ersten Seiten von ANDROMEDA 1 sind in diesem Band als
Leseprobe enthalten.
Und jetzt wird es ein klein wenig komplizierter: Der ANDROMEDA-Zyklus
bei Heyne spielt während Band 2150, oder um genau zu sein, während
Kapitel 4 von Band 2150, den ich ebenfalls verfasst habe. Wie wir das
gemacht haben, werde ich hier noch nicht verraten. ANDROMEDA ist also
in die aktuelle Hefthandlung integriert, aber kein Bestandteil von ihr.
Man kann die Heftserie lesen, ohne ANDROMEDA zu kennen, und man kann ANDROMEDA
lesen, ohne die Heftserie zu kennen. ANDROMEDA ist in der Tat eine ureigene
Geschichte, die man ohne jede Vorkenntnisse versteht, auch, wenn man noch
nie einen PERRY RHODAN-Roman gelesen hat, aber auch eine wichtige Ergänzung
zur Heftserie. Diejenigen, die sich mit der aktuellen Handlung auskennen,
werden vertrauten Personen und Schauplätzen begegnen, aber man muss
diese Personen und Schauplätze nicht kennen, um ANDROMEDA verstehen
zu können.
HJB News:
Ist ANDROMEDA eine Rückkehr zur goldenen Zeit der Meister der Insel?
Uwe Anton:
Wir
kehren in ANDROMEDA zu dem Schauplatz zurück, der diesen viel gerühmten
Zyklus bestimmt hat, erzählen aber eine völlig neue Geschichte.
Die Meister der Insel sind Vergangenheit, nur noch eine - mehr oder weniger
stark präsente - Erinnerung der Völker Andromedas, aber sie
spielen in ANDROMEDA keine Rolle. Man muss die Meister der Insel nicht
kennen, um ANDROMEDA lesen zu können. Allerdings geht es - wie auch
in dem Andromeda-Zyklus der Heftserie - hier ordentlich zur Sache. Und
wir erfahren natürlich, was die beiden wichtigsten Völker Andromedas,
die auch schon den Heftzyklus bestimmt haben - die Tefroder und Maahks
- heute so treiben. Beide haben in den neuen Romanen eine tragende Rolle
inne.
HJB News:
Wer hatte die Idee zu ANDROMEDA, und wie kam es zu diesem Taschenbuchprojekt?
Uwe Anton:
Nun, da war diese eine Geschichte, die Exposé-Autor Robert Feldhoff
unbedingt erzählen wollte. Er hat ja schon mehrmals auf Cons oder
anderen Veranstaltungen erklärt, dass er gern mal in die Andromeda-Galaxis
zurückkehren wollte. Dieser Plot schrie geradezu danach, erzählt
zu werden. Wie gesagt, er klärt einige wichtige Geheimnisse und Rätsel
aus der Heftserie. Ich könnte mir ANDROMEDA - natürlich in anderer
Form - durchaus auch als Zyklus der Heftserie vorstellen.
Aber dann hat sich eben ergeben, dass der Heyne Verlag daran interessiert
war, mal wieder etwas mit PERRY RHODAN zu machen. ANDROMEDA ist ja eine
Koproduktion von Heyne, dem Verlag, der vom internationalen Fachpublikum
für die beste Science Fiction-Reihe in Europa ausgezeichnet wurde,
und VPM, dem RHODAN-Verlag. Ich glaube, hier haben sich zwei ideale Partner
gefunden.
Heyne-Lektor Sascha Mamczak und VPM-Lektor Klaus Frick haben sich zusammen
gesetzt und das Projekt besprochen und angeleiert. Aber das sind Verlagsgeschäfte,
wie sie auf dieser Ebene fast täglich stattfinden. Ich arbeite auf
einer anderen Ebene: Ich schreibe nur.
HJB News:
Kann der Leser bei den Taschenbüchern einen anderen Stil erwarten?
Uwe Anton:
Es
ist sicherlich etwas ganz anderes, ob man einen Heftroman von 64 Druckseiten
oder ein Taschenbuch von etwa 256 Druckseiten schreibt. Wir sind keineswegs
hergegangen und haben uns gesagt: Packen wir einfach drei oder vier oder
fünf Hefte zusammen und machen daraus ein Taschenbuch. Nein, ein
ANDROMEDA-Buch ist tatsächlich ein Roman, der als solcher konzipiert
und geschrieben wurde. Das ist eine völlig andere Arbeitsweise, man
muss den Roman völlig anders aufbauen, Spannungsbögen anders
setzen, bei den Charakterisierungen anders vorgehen ...
Nun, was den "Stil" betrifft - wir haben den Autoren viel mehr
Freiheiten gelassen als bei der Heftromanserie. Hubert Haensel schreibt
ganz anders als Leo Lukas, Frank Böhmert ganz anders als Frank Borsch.
Aber Leo Lukas ist immer noch Leo Lukas. Wir können uns auf ein paar
stilistische Experimente freuen, aber jeder Leser wird "seinen"
PERRY RHODAN wiedererkennen. Ich finde das faszinierend: Eine Geschichte
in sechs Teilen, erzählt von sechs verschiedenen Stimmen. So etwas
hat ja schon immer den Reiz von PERRY RHODAN ausgemacht.
HJB News:
War es unter diesen Gesichtspunkten schwer, einen Einstiegsband zu schreiben
und dabei die vorgegebene Richtung von Exposéautor Robert Feldhoff
beizubehalten?
Uwe Anton:
Irgendjemand hat in der Vorbereitungsphase mal gesagt, Band 1 sei die
"eierlegende Wollmilchsau". Irgendwie stimmt das schon. Band
1 begründet das Setting für die gesamte Serie, ohne alles abschließen
zu können, wirft die Fragen auf, die erst in Band 5 oder 6 geklärt
werden. Das ist natürlich schon eine Herausforderung, aber ich bin
gut damit klar gekommen. Und trotz alledem erzählt auch Band 1 eine
in sich abgeschlossene Geschichte - oder vielleicht sogar mehrere. Sicher
war es nicht einfach, dieses Buch zu schreiben. Ich habe natürlich,
wie auch in jedem meiner Heftromane, bestimmt Akzente gesetzt. Welche
Personen stelle ich in den Vordergrund, welche treten ein wenig zurück?
Und trotzdem habe ich noch genug Platz für ureigene Handlungsteile
gehabt.
HJB News:
Gibt es etwas bei PERRY RHODAN, das Sie schon immer vertiefen wollten
und nun bei ANDROMEDA können?
Uwe Anton:
PERRY RHODAN ist ein faszinierendes Universum mit einer Vielzahl genauso
faszinierender Charaktere, Schauplätze und Hintergründe. Wenn
ich darin etwas verändern oder vertiefen möchte, habe ich bei
meinen Heftromanen jederzeit dazu Gelegenheit. Und PERRY RHODAN ist Teamarbeit.
Jeder Autor kann diese Möglichkeit nutzen und tut es auch. In "Die
brennenden Schiffe", so der Titel von ANDROMEDA 1, finden sich zahlreiche
Ingredienzien, die typisch für "Uwe Anton" sind - wie auch
in jedem meiner Heftromane. Und bei den nachfolgenden Bänden wird
es nicht anders sein. Jeder wird typisch für "seinen" Autor
sein.
HJB News:
Herr Anton, vielen Dank für dieses Gespräch.
Uwe Anton:
Es war mir eine Freude.
Die ANDROMEDA-Taschenbücher können Sie im HJB Shop vorbestellen
oder ab Band 1 abonnieren.
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26. September 2002
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