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Seit
April erscheint im Bastei Verlag die große neue SF-Serie "Bad
Earth". Der HJB Verlag fand das Serienkonzept so interessant, dass
er sich nicht nur die Buchrechte gesichert, sondern sich darüber
hinaus zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen hat. Schon im
September wird - nahezu parallel zur Heftserie - die "Bad Earth"-Buchausgabe
an den Start gehen!
Mit der Buchausgabe können Sie von Anfang an miterleben, wie John
Cloud und seine Gefährten fremde Welten und deren Bewohner entdecken,
wie sie auf kosmische Rätsel und Wunder stoßen - und auf die
"unsichtbaren" Eroberer der Erde. "Bad Earth" ist
kein Genre-Mix, sondern lupenreine Science Fiction - eine Space Opera
von gewaltigem Ausmaß, die an die entlegendsten Orte des Alls führt
und die zugleich eine Odyssee ist. Denn die Besatzung des Raumschiffs
RUBIKON wird zum Spielball wahrhaft kosmischer Ereignisse. Das zu erkennen
bedeutet aber, dass sie zunächst überleben muss - in einer Umgebung,
wie sie menschenfeindlicher nicht sein könnte. Denn der Mensch selbst,
das zeigt sich rasch, ist die größte Gefahr für die im
Bund CLARON zusammengeschlossenen galaktischen Völker. Wir befinden
uns am Vorabend des Großen Krieges...
Entwickelt wurde "Bad Earth" von Manfred Weinland, der auch
zum Autorenteam von "Ren Dhark" gehört. In einem Interview
mit den HJB News spricht der Chefautor über die Entstehung und die
Inhalte der Serie sowie über die kommende Buchausgabe. Das Gespräch
führt Cpt. Krause.
HJB News:
Herr Weinland, um frischen Wind in die deutsche Science Fiction-Landschaft
zu pusten, opfern Sie gleich unseren Heimatplaneten. Oder wie ist der
Serienname "Bad Earth" zu verstehen?
Manfred
Weinland:
Ganz so schlimm wird es vermutlich nicht kommen, obwohl Opfer zu bringen
in der Serie durchaus Thema ist. Das kann man nun vielfältig interpretieren
- ohne auch nur annähernd ins Schwarze zu treffen. Tatsache ist,
dass ich es für den interessanteren Ansatz halte, die Menschen mal
nicht zu glorifizieren - im Orchester der von mir ersonnenen außerirdischen
Völker sind gerade sie die eroberungssüchtigen schwarzen Schafe.
Sie halten sich an keine Regeln - es sei denn, sie ziehen einen Vorteil
daraus.
HJB News:
Worum geht es bei "Bad Earth"?
Manfred Weinland:
Im Gegensatz zu vielen anderen Serien, in denen die "Terraner"
ja doch eigentlich von Anfang als die Heroen festgelegt wurden, gehe ich
von einer etwas realistischeren Konstellation aus: Die Erde macht sich
höchst unbeliebt im Reigen der Milchstraßen-Rassen - und wie
sie es überhaupt geschafft hat, sich in eine Position zu bringen,
aus der heraus sie mehr anrichten kann, als man eigentlich von solch einem
kleinen, unbedeutenden Planeten irgendwo im Orion-Spiralarm der Galaxis
erwarten dürfte, ist - unter anderem - Thema der ersten 25 Romane.
Von Anfang an beschränkt sich das Geschehen aber nicht auf erdnahe
Gebiete oder die Erde selbst, sondern wir reisen staunenden Auges mit
den Protagonisten in bislang unbekannte Regionen des Alls, wo sie mit
immer neuen Rätseln und Wundern - auch Bedrohungen, natürlich
- konfrontiert werden.
Die Galaxis, so stellt sich heraus, ist keineswegs die lebensarme "Wüste",
als die sie selbst heute noch von manchem Wissenschaftler dargestellt
wird. Es wimmelt regelrecht von vielfältigstem Leben. Und da gibt
es den großen, seit Urzeiten schwelenden Konflikt zwischen den organischen
und anorganischen Spezies, und dieses zerbrechliche Gleichgewicht wird
... - aber ich will ja nicht alles verraten.
Die Geschichte beginnt damit, dass sich im Jahr 2041 ein irdisches Raumschiff,
die Rubikon, dem Mars nähert. An Bord befinden sich drei männliche,
nicht in vitro geborene Besatzungsmitglieder (Kommandant John Cloud und
die Astronauten Darcy und Seymour) sowie drei Klone (die GenTecs Scobee,
Jarvis und Resnick). Bei den GenTecs handelt es sich um optimierte Menschen
mit herausragenden Eigenschaften.
Der ursprüngliche Auftrag der Rubikon lautet, die Gründe des
Scheiterns der ersten Mars-Mission, 22 Jahre zuvor, zu ermitteln. Kommandant
war damals Nathan Cloud, der Vater unseres Helden. Alle Teilnehmer kamen
seinerzeit ums Leben, ihre Leichen jedoch verschwanden spurlos. Zwei Jahrzehnte
haben die USA in geheimer Kooperation mit dem Neochinesischen Reich darauf
hingearbeitet, einen Erkundungstrupp zum Mars zu entsenden, der den dortigen
unbekannten Gefahren gewachsen sein sollte.
Doch noch vor der Ankunft auf dem roten Planeten geschieht das Unfassbare:
Für mehrere Minuten kommt es zu einem totalen Energieausfall - sowohl
auf der Erde, als auch an Bord der Rubikon und im übrigen Sonnensystem.
Die Schwarze Flut, wie das Phänomen genannt wird, beschert der Erde
die größten Verheerungen seit dem letzten Weltkrieg.
Bald darauf erscheint eine außerirdische Flotte und nimmt Kurs auf
die Erde. Der Kontakt zwischen Rubikon und Erde reißt ab. Die Crew
gelangt an Bord eines der fremden Schiffe und wird in die Unendlichkeit
entführt.
HJB News:
Und was geschieht mit unserer Erde?
Manfred Weinland:
Genau das versuchen John Cloud und die GenTecs fortan herauszufinden.
Zunächst haben sie aber alle Hände voll zu tun, einfach nur
am Leben zu bleiben.
Und darüber hinaus erwartet sie erst einmal ein gewaltiger Schock.
Denn sie treffen in den fernen Bereichen der Galaxis auf Raumfahrer, die
es eigentlich nicht geben dürfte. Raumfahrer, die demselben Planeten
zu entstammen scheinen wie sie selbst, aber nicht annähernd so wehrlos
sind ...
HJB News:
John Cloud und die GenTecs sind also die Hauptfiguren Ihrer neuen Serie?
Manfred Weinland:
Zunächst konzentriert sich alles auf die Menschen Cloud, Scobee,
Resnick und Jarvis. Scobee ist die einzige Frau unter den GenTecs, und
das Verhältnis generell zwischen Cloud und den Klonen ist nicht völlig
spannungsfrei. Er hat gewisse Probleme im Umgang mit ihnen - zumal Dinge
geschehen sind, die nicht unbedingt vertrauens- oder freundschaftsförderlich
sind ...
Schon ab dem zweiten Roman betritt aber auch eine außerirdische
Lebensform die Bühne, die wesentlich zur Lösung des Rätsels
um die "Böse Erde" beitragen wird. Die den Menschen aber
aus gutem Grund nicht unbedingt freundlich gesonnen ist.
Und mit Roman Nr. 5, in dem Cloud & Co. gar nicht vorkommen, lernen
wir eine weitere Hauptperson, nicht irdischen Ursprungs kennen, den Aurigen
Cy. Er lebt auf der Spore Auri, hat mit Raumfahrt und all dem Zeugs nicht
das geringste zu tun, bis er eines Tages zur letzten Hoffnung der friedliebenden
galaktischen Völker wird ...
Man erkennt: Wir wollen mit "Bad Earth" kosmische Geschichte
schreiben, nicht an einer bestimmten Figur festgemacht, sondern aus verschiedenen
Blickwinkeln betrachtet, auch aus außerirdischem.
Und das wiederum legt nahe, daß sich in dieser Serie keine der Hauptfiguren
zu sicher fühlen darf, vor einem plötzlichen Tod gefeit zu sein.
Was aber jetzt auch nicht bedeutet, daß der Exposéverantwortliche
diese Option in absehbarer Zeit - und vor allem ohne Not - ziehen wird.
HJB News:
In Deutschland gibt es derzeit nicht viele "reine" SF-Romanserien.
Wie konnten Sie Ihr Konzept bei Bastei unterbringen? War es einfach?
Manfred Weinland:
Es war mehr als einfach. Und für mich selbst absolut überraschend,
dass meine Idee so schnell auf so einhellige Begeisterung traf.
Begonnen hat alles mit einem Telefonat zwischen Peter Thannisch und mir;
dabei ging es um "Jerry Cotton". Abschließend sagte ich
wohl sinngemäß, dass ich es schade fände, dass sich Bastei
- bis auf "Maddrax" so völlig aus dem Heft-SF-Bereich zurückgezogen
hat. Peter "sprang" unerwartet darauf an, fragte ob ich denn
eine Idee hätte. Ich bejahte, und er forderte mich auf, sie doch
einzureichen.
Was ich damals - Mitte letzten Jahres - nicht wusste, war, dass sich Bastei
offenbar ohnehin mit dem Gedanken trug, mal wieder etwas in Richtung reiner
SF zu probieren. Es gab ein oder zwei Konzepte, und meins trat sozusagen
in Konkurrenz zu diesen. Konkurrenzlos hingegen - das darf ich behaupten
und will es auch, weil es mich natürlich schon etwas stolz macht
- dürfte die Schnelligkeit sein, mit der man sich dann für meine
Serie entschied. Ich schrieb an einem Wochenende das erste Rohkonzept,
reichte es Montag früh via Email ein... und bekam bereits am nächsten
Tag die Meldung, dass man die Serie "unbedingt machen wolle".
Es folgte dann noch ein Treffen im Verlag mit der Chefredaktion und anderen
Verantwortlichen, und die Art und Weise, wie man mir zu verstehen gab,
dass man voll hinter dem Konzept steht, beseitigte jeden eventuell noch
vorhandenen Zweifel.
Ich erhielt grünes Licht für die Exposéerstellung, die
Teamauswahl und gleich noch eine neue, fähige Titelbildgestalterin
an die Hand - und so ging's los.
Novum bei dieser Bastei-Serie ist überdies, dass erstmals die volle
"Kontrolle" außer Haus gegeben wurde - ich fungiere nicht
nur als Exposéschreiber und Hauptautor, sondern betreue "Bad
Earth" auch im Außenlektorat und mache die Leserseite. Verlagsintern
bekomme ich jedoch die beste nur denkbare Unterstützung seitens des
dortigen Lektorats.
HJB News:
"Bad Earth" erscheint - und das ist einmalig - parallel ab September
als Buchreihe im HJB Verlag. Gibt es inhaltliche Ergänzungen zur
Heftserie?
Manfred Weinland:
Wie im Hardcover üblich, werde ich die Übergänge zwischen
den Heften "fließender" gestalten und auf unnötige
Wiederholungen, die in Heften ganz normal Rückschau auf vorangegangene
Bände gewähren, herausnehmen. Des weiteren werden die Bände
mit einem Vorwort und vielleicht auch kurzen Autorenporträts versehen.
Darüber ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ein Band wird
vier Hefte umfassen. In Aufmachung und Umfang entspricht das in etwa den
"Ren Dhark"-Büchern.
Ein Novum ist das in der Tat, und wir alle sind gespannt, wie sich dieses
Konzept einer parallelen Buchserie, das übrigens von Bastei selbst
ins Gespräch gebracht wurde, durchsetzen wird.
HJB News:
Werden die Bücher in sich abgeschlossen sein?
Manfred Weinland:
Sie werden thematisch dort, wo es möglich ist, "rund" in
sich abgeschlossen sein - bei einer fortlaufenden Serie wie "Bad
Earth" wird es sich aber nicht vermeiden lassen, dass auch hier gemeine
Cliffhanger auftauchen, da ich nicht beabsichtige, die Serienhandlung
nach der Buchabfolge auszurichten, sondern dabei schon die Heftgesetzmäßigkeiten
im Auge behalte. Denkbar und möglich ist aber, dass in einem Buch
einmal Hefte in einer etwas anderen Reihenfolge abgedruckt werden, als
es in der Heftserie geschah. Vielleicht müssen Handlungsschauplätze
zusammengezogen werden, damit einzelne Hefte in einem Buch nicht allzu
sehr im luftleeren Raum hängen und dergleichen.
HJB News:
Im HJB Verlag erscheint eines der Zugpferde deutscher Science Fiction-Unterhaltung:
"Ren Dhark". Als einer der Stammautoren sind Sie fest mit der
Serie verbunden. Was ist das Besondere an "Ren Dhark", und gibt
es Unterschiede zu "Bad Earth"?
Manfred Weinland:
Das Besondere an "Ren Dhark" ist ein gerade noch nachvollziehbares,
verständliches Universum, in dem der Neueinsteiger nicht von so unglaublich
vielen Begriffen erschlagen wird. Ähnlich konzipiert ist "Bad
Earth": Wir wollen nicht Technik vor Handlung oder "lebende"
Personen setzen. Schwerpunkt liegt immer auf den Menschen und Außerirdischen,
ihrer Gefühlswelt, ihren Motiven. Was nicht heißt, dass Technik
bedeutungslos wäre - sie muss faszinieren, ohne bis in die letzte
Schraube erklärt zu werden. Und das macht meines Erachtens "Ren
Dhark" vorbildlich. Kurt Brand hat da ein feines Kind aus der Taufe
gehoben, das meiner Meinung nach Ende der Sechziger mit nur knapp hundert
Heften völlig zu Unrecht wieder von der Bildfläche verschwand;
bis sich der HJB Verlag des Potentials annahm und die Serie in einem zeitgemäßeren
Rahmen neu anschob.
HJB News:
Herr Weinland, vielen Dank für das Gespräch.
Hier können
Sie "Bad Earth" bestellen oder abonnieren.
3. Juni 2003
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