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Centauri
und Obsidian
Ein Interview mit Uwe Anton
Im
HJB Verlag ist der erste Band der Buchausgabe des „Atlan Centauri“-Zyklus
erschienen. Für die HJB News sprach Cpt. Krause mit Exposéautor Uwe
Anton über „Centauri“ und die neue Heftserie „Atlan Obsidian“.
HJB News:
Herr Anton, die „Atlan“-Miniserie „Centauri“ ist Ihr
erstes Projekt, bei dem Sie als Exposé-Autor die Handlung vorgaben und
den Eröffnungs- sowie den Abschlussband schrieben. Hat es Spaß gemacht,
eine Heftreihe zu steuern, oder war es anstrengend? Juckt es Ihnen seitdem
in den Fingern beim Gedanken an eine weitere Romanserie, oder würden Sie
die Aufgabe respektvoll an jemand anderen abgeben wollen?
Uwe Anton:
Beides, Cpt. Krause, beides. Es hat großen Spaß gemacht, und es
war sehr anstrengend. Die Arbeit nach Exposé bin ich natürlich
von „Perry Rhodan“ her gewöhnt, aber es war eine ganz neue
Erfahrung, die Sache mal von der anderen Seite anzugehen. Zumal „Centauri“ auch
so etwas wie eine „eierlegende Wollmilchsau“ sein sollte. Der Verlag
hatte gleich mehrere Ziele mit dieser Mini-Serie vorgegeben: Er wollte zum
einen den „Perry Rhodan“-Stammlesern etwas bieten, das sie sofort
als „Perry Rhodan“ erkennen. Zum anderen wollte er Lesern, die
noch nie in „Perry Rhodan“ hineingeschnüffelt haben, eine
Lektüre bieten, in der sie das komplexe Rhodan-Universum nicht sofort überrollt
und an die Wand drängt. Und das, ohne dass es für die Stammleser
zu beliebig gerät, denn solch eine Beliebigkeit ist sicher „gefährlich“ -
weil der Leser dann gleich zu Produkten der Konkurrenz greift.
„Atlan“ sollte also schon etwas mit dem „Perry Rhodan“-Universum
zu tun haben. Zum dritten wollte der Chefredakteur, Klaus N. Frick, natürlich
auch einige neue Autoren ausprobieren, die sich im Rhodan-Universum nicht so
gut auskennen, um festzustellen, ob sie eines fernen oder näheren Tages
vielleicht als Team-Autoren für die Hauptserie in Frage kommen. Ich musste
also jedes einzelne Exposé nach dem Aspekt verfassen, ob der Autor sich
blind oder so gut wie gar nicht im Rhodan-Universum auskennt. Das alles unter
einen Hut zu bekommen, war natürlich nicht ganz einfach.
Und es ist höllisch kompliziert, die Sache nicht aus dem Ruder laufen
zu lassen und am Ende den Abschluss hinzubekommen. Und das bei zwölf Bänden!
Erst jetzt habe ich einen wirklichen Eindruck davon, wie kompliziert es sein
muss, so etwas bei „Perry Rhodan“ zu schaffen – Exposès
für einen Zyklus von hundert Bänden oder mehr! Meine sowieso schon
vorhandene Hochachtung vor meinem Kollegen Robert Feldhoff, der die „Perry
Rhodan“-Exposés verfasst, ist seitdem nicht geringer geworden,
ganz im Gegenteil. Und ohne die Mitarbeit Rainer Castors, der mich bei „Centauri“ tatkräftig
unterstützt hat, wäre ich das Wagnis, Exposés zu schreiben,
wohl mit viel gemischteren Gefühlen eingegangen.
Und was den zweiten Teil Ihrer Frage betrifft: ... Natürlich juckt es,
so etwas noch ein zweites Mal in Angriff zu nehmen. Und im Mai erscheint ja
dann auch der erste Band der neuen „Atlan“-Miniserie „Obsidian“...
HJB News:
Die „Centauri“-Romanserie wird nun im HJB Verlag exklusiv in drei
Hardcovern aufgelegt. Für alle Leser, die vor einem Jahr die Miniserie
um den unsterblichen Arkoniden Atlan verpasst haben oder die auf eine repräsentative
Buchausgabe warten, ergibt sich nun die Möglichkeit, den Zyklus komplett
zu lesen.
Uwe Anton:
So eine repräsentative Buchausgabe ist immer etwas Schönes und nicht
zuletzt auch eine Anerkennung der Arbeit, die das Team geleistet hat. Zumal
die Buchausgabe auch bearbeitet wird. Beim Heftroman gelten andere Gesetze
als beim Buch, und Michael Thiesen als Bearbeiter wird natürlich die eine
oder andere Wiederholung herausnehmen, die bei einem vierzehntäglich erscheinenden
Heft sicher nötig, bei einem Buch aber überflüssig ist.
HJB News:
Freuen Sie sich darauf, dass „Centauri“ beim HJB Verlag erscheint
und so neben den treuen Fans von „Perry Rhodan“ und „Atlan“ auch
neue Leser angesprochen werden?
Uwe Anton:
Der HJB Verlag ist ein rühriges Unternehmen, das aus der SF-Szene kommt
und ansehnliche Bücher produziert. In dieser Hinsicht fühle ich mich
dort gut aufgehoben, zumal die „Perry Rhodan“-Redaktion natürlich
schon immer Wert auf einen engen Kontakt mit den Lesern gelegt hat. Und sicherlich
wird es dem HJB Verlag gelingen, mit dieser Buchausgabe für den alten
Arkoniden neue Leserschaften zu erschließen.
HJB News:
Um was geht es in „Centauri“?
Uwe Anton:
Atlan kommt auf Arkon einer Intrige auf die Spur, die er anfangs nicht so recht
durchschauen kann. Er nimmt die Fährte auf und folgt ihr in den Kugelsternhaufen
Omega Centauri, der zwar nicht weit von der Erde und Arkon entfernt, aber doch
terra incognita ist. In Omega Centauri stoßen Atlan und seine Begleiter
auf Völker, die teilweise von bekannten Milchstraßenspezies abstammen,
ihnen teilweise aber auch völlig unbekannt sind. Und sie entdecken dort
Hinterlassenschaften der Lemurer, der Vorfahren der Menschheit, die vor etwa
fünfzigtausend Jahren die Milchstraße beherrscht haben. Sie erleben
spannende Abenteuer auf fremden Planeten und erfahren immer mehr über
die Machenschaften eines abtrünnigen Arkoniden – Machenschaften,
die das gesamte arkonidische Imperium in seinen Grundfesten erschüttern
könnten.
HJB News:
Warum terra incognita? Was ist im „Perry Rhodan“-Kosmos das Besondere
an Omega Centauri?
Uwe Anton:
Omega Centauri ist ein Kugelsternhaufen mit etwa vier Millionen Sonnen, der
bislang für die allgemeine Raumfahrt so gut wie gar nicht zugänglich
war. Ein reizvolles Konzept, finde ich: Praktisch vor der Haustür befindet
sich eine noch unbekannte Region, in der – so gut wie – kein
Mensch oder Arkonide je zuvor gewesen ist. Das ist natürlich ein Hintergrund,
der die Möglichkeit eröffnet, die unterschiedlichsten farbigen
Abenteuer zu schildern.
Auch die Raumfahrt ist dort stark erschwert. Atlan muss auf ein Triebwerk aus
der Vergangenheit der arkonidischen Raumfahrt zurückgreifen. Bereits in „Centauri“ wird
erklärt, wieso der Sternenhaufen bisher so schwer erreichbar war.
HJB News:
Welche Art von Geschichten kann der Leser in dem „Centauri“-Zyklus
erwarten? Science Fiction á la „Perry Rhodan“ oder ein waschechtes,
buntes und lautes Weltraumabenteuer mit allem was dazu gehört?
Uwe Anton:
Das eine muss das andere nicht ausschließen. „Perry Rhodan“ bietet
waschechte Weltraumabenteuer und darüber hinaus noch viel mehr! Die Betonung
bei „Centauri“ liegt auf farbigen, spannenden Geschichten und ist
als Zyklus nach den drei Hardcovern abgeschlossen. Insofern ist „Centauri“ sowohl
für Leser interessant, die mehr aus dem Rhodan-Universum erfahren wollen,
als auch für solche, die gern eine in sich abgeschlossene Story in drei
Hardcovern goutieren möchten. Für die es schon etwas epischer sein
darf, die aber nicht unbedingt zehn oder mehr Bücher lesen wollen, um
zu wissen, wie die Geschichte ausgeht.
HJB News:
“Centauri“ erfreute sich größter Beliebtheit und wurde
nicht nur von Kritikern, sondern auch von den Lesern gefeiert. Ein guter Grund,
die Romane nun komplett an einem Stück als Hardcover aufzulegen; aber auch,
wie Sie bereits andeuteten, um dieses Jahr eine weitere 12teilige Heftserie zu
produzieren. Was können Sie uns dazu sagen? Von wem kommen die Handlungsvorgaben,
und vor allem: Wer schreibt die Romane?
Uwe Anton:
Zuerst einmal danke für das Lob, das ich an das gesamte Team weitergeben
möchte.
Was Ihre Frage angeht: Auch bei „Obsidian“ stammt die Handlungsvorgabe
wieder von mir, und wie bei „Centauri“ arbeite ich wieder ausgezeichnet
mit Rainer Castor zusammen. Was die Autoren betrifft, präsentieren wir
eine gute Mischung. Wir haben „alte Hasen“ dabei, die sich mit
dem „Perry Rhodan“-Universum blind auskennen, aber auch wieder
einige jüngere Autoren.
Hubert Haensel wird den ersten Band schreiben, ich werde im zwölften alle
Fäden zusammenführen. Hans Kneifel und Michael Nagula kennen sich
ebenfalls bestens im Rhodan-Universum aus. Bei „Centauri“ mit dabei
waren schon Claudia Kern, Michael Marcus Thurner und Bernd Frenz. Drei weitere
Kollegen, die aber auch schon zahlreiche Veröffentlichungen aufzuweisen
haben, werden ihre ersten professionellen Rhodan-Erfahrungen machen. Und ältere „Atlan“-Leser
wird es bestimmt freuen, dass mit Dirk Hess auch ein „Atlan-Alt-Autor“ dabei
ist.
HJB News:
Was widerfährt unserem abenteuerlichen Haudegen in „Obsidian“?
Uwe Anton:
„Obsidian“ schließt unmittelbar an die erste Miniserie an,
ist aber aus sich heraus völlig verständlich. Vorkenntnisse werden
nicht verlangt, aber wer „Centauri“ damals verpasst hat, wird ja
jetzt mit der Buchausgabe beim HJB Verlag hervorragend bedient! Natürlich
kann ich noch nicht zuviel verraten, aber zwei, drei Sätze schon: Wenige
Tage nach dem Ende von „Centauri“ geht Atlan durch einen Transmitter,
kommt aber nicht dort heraus, wo er eigentlich herauskommen wollte. Der unsterbliche
Arkonide findet sich in einem riesigen, rätselhaften Gebilde wieder, das
er aus seiner Jugendzeit kennt. Und diese fliegende Plattform wird in die so
genannte Obsidian-Kluft verschlagen, in der Atlan Geheimnisse längst vergangener
Zeiten aufklären muss, will er das Leben der Bewohner der Spiegelwelten
retten...
HJB News:
Gibt es über „Centauri“ und „Obsidian“ hinaus
noch mehr über den ehemaligen Kristallprinzen von Arkon in diesem Jahr
zu berichten?
Uwe Anton:
In der „Perry Rhodan“-Heftserie ist Atlan ja gemeinsam mit Perry
Rhodan im Sternenozean von Jamondi unterwegs, steht dort also im Mittelpunkt
einer Handlungslinie. Und bei der „Atlan“-Buchausgabe, die die
Abenteuer des jungen Kristallprinzen erzählt, beginnt ein neuer Zyklus.
Dort lernt Atlan die Varganen kennen.
Schon von dem Barbaren Ra hatte Atlan erstmals von der „Goldenen Göttin“ Ischtar
erfahren, einer rätselhaften Frau aus diesem Volk, das offensichtlich
viele Spuren hinterlassen hat, die letztlich zum „Stein der Weisen“ führen
sollen. Die Begegnung des Kristallprinzen mit der Varganin lieferte ihm zwar
einen neuen Hinweis, doch der Zweikampf zwischen ihr und Farnathia endete mit
dem tragischen Tod von Atlans eifersüchtiger Freundin. Weiterhin scheint
Ischtar eine Schlüsselfigur zu sein. Im „Atlan“-Buch 24 bekommt
es der Kristallprinz mit dem Henker Magantilliken zu tun, lernt seinen und
Ischtars gemeinsamen Sohn Chapat kennen, erfährt erstmals von der Eisigen
Sphäre – und begegnet eben den letzten Varganen.
Wer weiß – vielleicht hat unser Chefredakteur ja noch die eine
oder andere Überraschung im Ärmel, über die jetzt noch nichts
verraten werden darf...
HJB News:
Herr Anton, besten Dank für Ihre Zeit und das Gespräch. Weiterhin
gutes Gelingen!
Uwe Anton:
Vielen Dank. Ich werde mich bemühen.
Alles
zu „Atlan“ können Sie hier bestellen.
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