HJB Shop  

HJB News

 

Unser Service
Einfache Bestellung
Schnelle Lieferung
Auf Rechnung
Aktuelle Infos
     

HJB News Extra
4. August 2017
 
 
Liebe Leser,

bevor in etwa einer Woche der nächste "normale" Newsletter erscheint, präsentieren wir noch einmal eine Sonderausgabe. Diesmal bringen wir ein Interview mit Clayton Husker zum Abschluss der sechzehnbändigen T93-Saga und zum Start seiner neuen Endzeitserie.
In NEPHILIM streift die junge Runa durch eine untergegangene Welt. Ein Europa der wachsenden Sandwüsten, der wandernden Todeszonen und der bedrohlichen Zombiehorden.
Die meisten Überlebenden der Apokalypse suchen Schutz hinter den Mauern der Stadtstaaten. Freiwillig unterwerfen sie sich dort der despotischen Herrschaft einer neuen Kirche.
Runa meidet die Städte. Sie benötigt keinen Schutz. Ihr Ziel sind die letzten freien Menschen, die sich in den Ruinen der zerfallenen Zivilisation vor den Zombies und den Kirchenfürsten verbergen. Doch Runa sucht keine Zuflucht. Sie hat andere Pläne.
Währenddessen geschieht weit im Osten etwas, womit niemand gerechnet hat. Das Zombievirus mutiert und gebiert eine neue untote Spezies. In einem Bombenkrater in Sankt Petersburg erwacht eine schreckliche Kreatur …

Ihr Hansjoachim Bernt
 

Tom Weinberg sprach mit Clayton Husker.

Clayton, du hast jetzt deine Endzeit- und Zombieserie T93 mit Band 16 abgeschlossen. Wer nach Band 15 geglaubt hat, in "10 Years After" (so der Titel von Band 16) folgt nur noch eine beschauliche Nachbetrachtung, der hat sich wohl gründlich geirrt. Aber wir wollen nicht zu viel verraten …

Clayton Husker:
Nun ja, ich denke, wer Clayton Husker kennt, der wusste von Anfang an: Das dicke Ende kommt noch. Als das Ende der Geschichte in Band 15 näher rückte, war mir klar, dass ich meine Leser nicht so einfach davonkommen lassen durfte. T93 ist eine große Zombiesaga, die den Ausbruch, die Verbreitung und die Bekämpfung einer furchtbaren Seuche thematisiert und die Erlebnisse einer Gruppe Überlebender schildert. Natürlich gibt es die klassischen Elemente einer Z-Seuche, aber ich habe auch einige genrefremde Momente verarbeitet. Besonderes Augenmerk habe ich auf etwa ein halbes Dutzend tragender Charaktere gelegt, in deren Bilderwelt sich der Leser bewegen kann, mit denen er fiebert, ihre Gedanken teilt und ihnen in prekären Lagen zur Seite stehen möchte. Es ist für mich als Autor faszinierend, wie diese Figuren während des Schreibens – und hoffentlich auch beim Lesen – mit der Zeit quasi ein Eigenleben entwickeln. Man ertappt sich selbst dabei, dass man gelegentlich mit ihnen streiten möchte. Die Story ist in Teilen ziemlich waffen- und technikbetont, aber auch die emotionalen Momente setzen Akzente, was übrigens bei NEPHILIM deutlich mehr Gewicht bekommt. Da ist für jeden etwas dabei.

Du hast NEPHILIM bereits erwähnt. Praktisch zeitgleich mit dem furiosen Finale der T93-Saga ist auch schon der erste Band deiner neuen Endzeitserie erschienen. NEPHILIM spielt in derselben postapokalyptischen Welt. Ist es eine direkte Fortsetzung? Muss man gar T93 gelesen haben, um der neuen Serie folgen zu können?

Clayton Husker:
Nein. NEPHILIM kann auch hervorragend als Standalone-Story gelesen werden und man muss die Vorgeschichte nicht kennen. Es ist genauso gut möglich, erst NEPHILIM zu lesen, und danach T93, quasi als Prequel. Allerdings ist es wohl ratsam, die Warnung ernst zu nehmen, die der Verlag auf die Rückseite der T93-Bücher gedruckt hat: "Es ist schwer, ein Clayton-Husker-Buch aus der Hand zu legen." Das beschreibt eigentlich meine Intention als Autor am besten: Ich will meine Leser in die Geschichte förmlich hereinzerren, sie darin gefangen nehmen und mit ihnen durch dick und dünn gehen. Widerstand ist zwecklos.
NEPHILIM spielt in der Tat nach der Handlung von T93, aber es ist keine simple Fortsetzung. Eigentlich ist alles anders, aber doch irgendwie vertraut, wenn man T93 kennt. Die T93-Leser mögen bitte ja nicht glauben, sie wüssten, was kommt. Stammlesern kann ich versprechen, dass es weitergeht, und Neueinsteigern verspreche ich eine aufregende dystopische Story.

Seit diesem denkwürdigen Finale in Rennes-le-Château sind nur wenige Jahre vergangen. Dennoch hat sich die Welt noch einmal dramatisch verändert …

Clayton Husker:
Das ist einer der Faktoren, der NEPHILIM dann doch deutlich von T93 unterscheidet. Die Zeiten der beschaulichen Schrebergärten im Endzeitsujet sind ein für alle Mal vorbei. Es stellt sich heraus, dass der Mensch im Verlaufe des "War on Z" das getan hat, was er am besten kann, nämlich: Seine Umwelt zerstören. Durch den inflationären Einsatz von Massenvernichtungswaffen hat sich das westeuropäische Territorium in eine sterile Wüste verwandelt, durch die in Abständen Todeswolken ziehen, die sämtliches Leben außerhalb besonders geschützter Bereiche vernichten. Die wenigen verbliebenen Menschen drängen sich in skurrilen Sozialgruppen zusammen, die von pseudoreligiösen Konzernen beherrscht werden. Aus dem Gedanken der Willensethik, der in T93 eine Rolle spielt, ist eine groteske Karikatur in Form einer klerikalen Diktatur erwachsen. Doch es gibt Hoffnung …
Im Grunde war die Weiterentwicklung der Dystopie ein konsequenter Schritt für mich als Science-Fiction-Autor. Seit große Storys wie z. B. "Resident Evil" am Markt sind, wurde das Thema Zombie aus dem Bereich klassischer Horror mehr und mehr in das Genre Science Fiction verlagert, was ich sehr begrüße. Science Fiction bietet mir als Autor wesentlich mehr Möglichkeiten, die Handlung voranzutreiben und die Figuren interagieren zu lassen. Die Untoten, die sich aus Gräbern erheben, sind mir persönlich zu Oldschool und zu sehr "John Sinclair".

Kannst du uns etwas über die Handlung von NEPHILIM erzählen? Natürlich ohne zu viel zu verraten. Was erwartet den Leser?

Clayton Husker:
In NEPHILIM findet die Geschichte der starken Frauen, die in T93 begann, eine Fortsetzung. In einer inzwischen zur Wüstenei verkommenen Welt zieht ein Mädchen umher, ihrer Bestimmung folgend, ein festes Ziel vor Augen. Europa ist durch die furchtbaren Auswirkungen des ersten Zombiekrieges nahezu entvölkert und in wenigen Metropolen kämpfen die Menschen gegen die verbliebenen Untoten. Sie stehen unter der Knute grausamer Despoten, die mit eiserner Faust hinter den Mauern der Städte regieren. Im Nordosten, wo einst ein entscheidender Schlag gegen die Zeds geführt wurde, braut sich Unheil zusammen. Eine furchterregende Kreatur erhebt sich aus den Ruinen einer gefallenen Stadt, schlimmer als alles bislang da gewesene: der Nephilim. Der mächtige Untote, geschaffen aus einem Genexperiment der Menschen und den Launen der Natur, wird Stammvater einer neuen Zombiegeneration, die sich zunächst unbemerkt ausbreitet. Dieser Monstrosität hat die in ein Zeitalter des Dieselpunk zurückgefallene Menschheit kaum etwas entgegenzusetzen. Die Gefolgschaft des Nephilim verschleppt die Menschen, um sie in ihren "Schwarm" zu integrieren. Um diese Monster zu bekämpfen, braucht man Menschen, die selbst Monster sind. Der jungen Frau, die durch die Wüste zieht, sieht man nicht an, was in ihr steckt …
Ich habe mich bemüht, eine möglichst detaillierte Welt zu erschaffen, die den Leser vereinnahmt und ihn zu einem neugierigen Beobachter werden lässt. Eine besondere Herausforderung war es, mit allen Sinnen zu schreiben. Hier die überfüllten, stinkenden und slumartigen Metropolen mit ihren elitären, luxuriösen Penthouse-Bereichen, dort die heiße, trockene Wüste der Badlands, in denen die Freien jeden Tag ums Überleben kämpfen. Und dann der Hive, die unterirdische Festung der Nephilim-Zombies mit ihrem fast unbeschreiblichen Horror. Es wird Szenen geben, die sehr stark ans emotionale Eingemachte gehen.

Ich bin sicher, die meisten Autoren mögen die eigenen Werke und schreiben gern. Aber wenn ich T93 und jetzt auch NEPHILIM lese, habe ich den Eindruck, es macht dir viel Spaß, Zombieromane zu schreiben.

Clayton Husker:
Man muss gern schreiben. Wer keine Freude an der Tastatur hat, sollte die Finger davon lassen. Romanschreiberei ist auch keine besondere Kunst, es ist ein grundsolides Handwerk. Wichtig ist es, die Geschichte im Kopf zu haben. Wie ein Film auf einer DVD, den man vor- und zurückspulen kann. Und wie bei einem guten Film, so entdeckt man auch hier bei jeder weiteren Betrachtung neue Details, die man dann gewissermaßen zu Papier bringt. Das ist Arbeit und hat mit Spaß zunächst nur am Rande zu tun. Wenn ich einen neuen Band zu schreiben beginne, sitze ich erst einmal da und stelle erschrocken fest, dass ich die nächsten sechs Wochen nur noch diese Episode im Kopf haben werde und in den Tiefen des WWW verschwinde, um zu recherchieren. Mich wundert es, dass bei den delikaten Suchbegriffen, die ich bisweilen nutze, GSG9, NSA und Homeland Security mir noch nicht die Tür eingetreten haben.
Thematisch gesehen machen Zeds – so nenne ich die kleinen Scheißer liebevoll – mir Spaß, allerdings musste ich mich daran tatsächlich erst einmal gewöhnen. Eigentlich komme ich aus der eher technisch geprägten Hardcore-Science-Fiction-Ecke, doch als ich den ersten Band von T93 schrieb, fiel mir auf, dass die moderne Zombie-Belletristik so weit davon nicht entfernt ist. So kann ich heute, nach circa 7 Millionen Textzeichen Zombieroman sagen: "Ja, es macht Spaß."

Kommt es tatsächlich zu einer Zombieapokalypse oder vergleichbaren Katastrophe, dann bist du nicht nur theoretisch gut darauf vorbereitet, oder?

Clayton Husker:
Das stimmt allerdings. Ich arbeite nicht ausschließlich als Autor von Zombieromanen, sondern bin als Dozent und Praxisanleiter für das in Schleswig-Holstein ansässige Ausbildungszentrum für Überlebenstechniken (AZÜ) tätig. Ich betreue hier die Sparte Home Prepping (von "to prepare", also "vorbereiten") und organisiere in unserem Schulungszentrum Workshops für die aktive Krisenvorbereitung zu Hause. Ich habe auch einen Krisenratgeber herausgegeben, der im Internet kostenlos heruntergeladen werden kann. Er beinhaltet wichtige Verhaltenstipps für das Überleben in einer Krise. Meine Familie und ich könnten im Krisenfall autark ungefähr ein halbes Jahr lang durchhalten, bis wir den Komfort merklich einschränken müssten.
Unsere Gesellschaft ist für Zivilisationsausfälle anfälliger, als wir alle gern glauben möchten. Starkwetterlagen, Ver- und Entsorgungskrisen, politisch motivierte Unruhen usw. bedrohen tatsächlich unsere kleine, rundum versorgte Welt. Die Zombies rangieren in dieser Liste allerdings eher unter ferner liefen, obschon es sehr wohl ernst zu nehmende Bedrohungslagen durch Pandemien geben kann.
Diese Tätigkeit spiegelt sich natürlich auch in meiner Schreiberei wieder, sodass der eine oder andere Zombieroman von Clayton Husker durchaus nützliche Vorlagen für echtes Krisenmanagement liefern kann. In den Prepper-Foren sind Husker-Bücher jedenfalls recht beliebt, wie ich erfahren habe.

Clayton, ich danke dir für dieses Gespräch.


Die Taschenbücher und EBooks sind bereits erschienen:

T93 Band 16 "10 Years After"
Taschenbuch:
http://www.hjb-shop.de/nation-z/t93-16.htm
EBook im Format Mobi für Kindle und im Format Epub:
https://www.hjb-ebook.de/4969/t93-band-16-10-years-after_1

NEPHILIM Band 1 "Die Apokalypse"
Taschenbuch:
http://www.hjb-shop.de/nephilim
EBook im Format Mobi für Kindle und im Format Epub:
https://www.hjb-ebook.de/4972/nephilim-01-die-apokalypse

Clayton Husker bei Facebook:
https://www.facebook.com/autor.clayton.husker/
 

Bis zu den nächsten HJB-News können Sie aktuelle Neuigkeiten zu den HJB/Unitall-Produkten im News-Ticker auf der Startseite des HJB-Shops abrufen:
http://www.hjb-shop.de
 

Science Fiction-News regelmäßig und immer aktuell per E-Mail:
Jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren!
Ein Service von www.hjb-shop.de


 

 
Interviews

Der zweite Krieg der Welten"Krieg der Welten" ist einer der großen Klassiker der Science Fiction. Millionen von Menschen haben den Roman von H. G. Wells gelesen oder eine der Verfilmungen gesehen. Es gibt Berichte, nach denen das Radiohörspiel von Orson Welles in Amerika eine Massenpanik ausgelöst haben soll. Nun erscheint mit "Der zweite Krieg der Welten" sogar eine Romanserie.

Der zweite Krieg der Welten – Interview mit Wilko Lennart


Weitere Interviews

   

www.hjb-shop.de | Impressum
 
 
Serien & Autoren Vorschau Presse Warenkorb Kontakt Info Home Perry Rhodan Ren Dhark Science Fiction Unitall News News Newsletter Interviews Archiv